Kettlebell Weltmeisterschaft - Bericht

Die Kettlebell-Weltmeisterschaft der IUKL (International Union of Kettlebell Lifting) hat am vergangenen Wochenende in Dublin / Irland stattgefunden. Das deutsche Team ist mit 11 Athleten angereist. Mit 561 gemeldeten Athleten war es die bisher größte Weltmeisterschaft im Kettlebellsport.

Obwohl Kettlebell Sport ein Individualsport ist, bei dem Jeder "für sich" alleine antritt, ist der Teamgeist und das Gefühl von Zusammenhalt während der viertägigen Meisterschaft jederzeit spürbar. Der Wettkampf ist jedes Jahr wie ein großes Familientreffen, bei der sich Freunde und Bekanntschaften, die sich über den Sport gefunden und geprägt haben, wieder finden. Trotz aller Konkurrenz und dem Wettstreit um die besten Plätze werden alle Starter von den anderen Athleten und den Zuschauern angefeuert. Die letzte Minute während einem Snatch-Satz, bei dem mit aller Kraft und Leidenschaft um jede noch mögliche Wiederholung gekämpft wird - Stimmung pur!

 Das deutsche Team feuert David Schulte während seinem Satz an.

Das deutsche Team feuert David Schulte während seinem Satz an.

Dazu passend: Neben den Individual-Wertung gibt es eine Nationen-Wertung, bei der es für Medaillen je nach Kategorie verschiedene Punkte zu ergattern gibt. Danach wird eine Länder-Rangliste erstellt. Der erste Platz ist dabei fest in russischer Hand. Die russischen Athletinnen und Athleten spielen nach wie vor in einer eigenen Liga. Technisch und leistungsmäßig stellt Russland im Kettlebellsport das Maß aller Dinge dar. Mit drei erkämpften Medaillen konnte das deutsche Team ebenfalls einen sehr guten 11. Platz belegen - von insgesamt 36 (!) angetretenen Nationen. Zum Vergleich: Im Vorjahr bei der Kettlebell-Weltmeisterschaft in Hamburg hatte das deutsche Team noch den 12. Rang belegt. Es tut sich also was im Kettlebellsport in Deutschland!

Die Entwicklung des Sports in den USA zeigt übrigens einen deutlichen Aufwärtstrend des Sports mit dem Rundgewicht: Die USA haben inzwischen ein sehr großes Team aufgestellt, das sehr starke Leistungen gezeigt hat und zunehmend konkurrenzfähig wird. Es haben sich in den letzten Jahren viele amerikanische Clubs gegründet, die sich professionell dem Sport mit der Kettlebell widmen. Es wird interessant, wie sich die nächsten Jahre im internationalen Kettlebellsport entwicklen.

Ergebnisse der Kettlebell-Weltmeisterschaft: Deutsches Team

Sandra Korte: Snatch 16 kg - 171 Wdh.
Eva Classen: Snatch 16 kg - 113 Wdh.
Olivia Rasigraf: Snatch 16 kg - 146 Wdh.
Melanie Großmann: Snatch 16 kg - 101 Wdh.
Dmitriy Shipunov: Jerk 32+32 kg - 122 Wdh. | Snatch 32 kg - 116 Wdh. - Silber Medal Juniors Biathlon (+ 95 kg)
David Schulte: Jerk 24+24 kg - 113 Wdh. | Snatch 24 kg - 163 Wdh.
Vadim Sichwardt: Jerk 24+24 kg - 101 Wdh. | Snatch 24 kg - 165 Wdh.
Johannes Kwella: Long Cycle 24+24 kg - 77 Wdh.
Jochen Martin: Long Cycle 24+24 kg - 54 Wdh.
Karsten Bollert: Long Cycle 24+24 kg - 82 Wdh. - Bronze Medal Amateurs Long Cycle (- 85 kg)
Bär v. Schilling: Long Cycle 24+24 kg - 84 Wdh. - Gold Medal Amateurs Long Cycle (- 95 kg)

 Anton Anasenko (Mitte) bei seinem Jerk Satz mit 32+32 kg. Perfekte Technik auch bei maximaler Pulsrate, kurz vor Ende des Satzes..

Anton Anasenko (Mitte) bei seinem Jerk Satz mit 32+32 kg. Perfekte Technik auch bei maximaler Pulsrate, kurz vor Ende des Satzes..

Verletzungen durch Kettlebells? - Fehlanzeige!

Immer wieder auffällig: Obwohl an ganzen vier Tagen von morgens bis abends auf höchstem Niveau mit den Gewichten gekämpft wurde und dabei bis zur absoluten Erschöpfung gearbeitet wurde - nirgends sieht man verletzte Athleten! Eine ausgekugelt Schulter sowie eine verletzte Hand beim Snatch - das ist das Resümee nach einer Weltmeisterschaft, an der sich über 550 Aktive bis an die Grenze verausgabt haben. Das ist sehr bemerkenswert. Auch Sportler  im höheren Alter - manche über 60 Jahre - betreiben intensiven (Leistungs-)Sport und bleiben dabei beweglich, äußerst agil und koordinativ sehr gut geschult. Nicht selten saßen wir im deutschen Team neben der Aufwärmfläche und haben die erfahrenen Athleten beim Aufwärmen beobachten. Einem "Veteranen" des Kettlebellsports beim Aufwärmen zuschauen? Das ist geschmeidiges Körpergefühl, jahrelange motorische Schulung und die Präsenz von reiner Kraft und Bewegungs-Ästhetik pur! 

Dies ist sicherlich einer DER ganz großen Plus-Punkte beim Kettlebellsport. Kraft, Explosivität, Ausdauer und Beweglichkeit bei praktisch minimalem Verletzungsrisiko. Selbstverständlich: Das setzt selbstverständlich eine gute Technikschulung voraus, ohne die niemand ein Kettlebelltraining aufnehmen sollte.

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