Frühstück - wirklich die wichtigste Mahlzeit des Tages?

Immer wieder stellen Seminarteilnehmer die Frage, ob denn das Frühstück tatsächlich die wichtigste Mahlzeit des Tages ist. Viele haben morgens erst einmal wenig Hunger, bemühen sich dann aber trotzdem, wenigstens ein Müsli oder etwas Brot und Obst zu sich zu nehmen. 

Schließlich wird immer wieder darauf hingewiesen, welche wichtige Rolle das Frühstück einnimmt - gerade wenn das Ziel der langfristige Abbau von Körperfett ist.    

Häufig werden Studien zitiert, die zeigen sollen dass zunächst im Tagesablauf weniger Kalorien konsumiert werden, wenn morgens ordentliches gefrühstückt wird. Aber: Wird dadurch auch tatsächlich besser Körperfett abgebaut?

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Mit meinen Kunden im Personal Training gehe ich einen anderen Weg. Es gilt folgende Regel: Gegessen wird nur dann, wenn der Körper wirklichen Hunger signalisiert. Eigentlich logisch, oder? Wer früh morgens keinen Hunger hat - und das Ziel die Reduktion von Körperfett ist - der lässt das Frühstück ausfallen.

Aber kann ich dann überhaupt Leistung erbringen und im Büro konzentriert arbeiten?

So lange der Körper keinen Hunger signalisiert, "lebt" er von seinen eigenen Reserven. Und das sehr effizient. Unser Körper kann problemlos über verschiedenste Hormone den Blutzuckerspiegel anheben und über lange Zeit stabil halten - auch wenn keine Nahrung von außen zugeführt wird! Gerade diese Blutzucker-steigernden Hormone bedeuten, dass der Körper die Energie aus dem Unterhaut-Fettgewebe heranzieht - und genau das wollen wir ja wenn wir Abnehmen möchten! Man wird schnell feststellen: Die Energie für den Tag ist 100%  da! Auch die Konzentration leidet keineswegs unter der geringen Energiezufuhr am Morgen.

Dieser Punkt wird leider oft übersehen: Ein stabiler Blutzucker ist für den Menschen lebenswichtig! Deshalb hat er viele Mechanismen, um Fett aus dem Gewebe anzugreifen und damit den Blutzucker anzuheben. Wir müssen ihn nur lassen und nicht durch (zuckerhaltige) Mahlzeiten immer wieder zum Gegenteil bewegen! 

Lassen Sie sich nicht von der Nahrungsmittel-Industrie in die Irre führen: Der Körper kommt sehr gut ohne diverse verarbeitete Müsli-Mischungen (übrigens mit meist doch recht hohem Anteil an Zucker und Kohlenhydraten) am Morgen aus. Selbst ein kurzes Konditionstraining zu Beginn des Tages - zum Beispiel mit der Kettlebell - ist sehr gut möglich und fördert effektiv die Fettverbrennung!

Heißt das jetzt, dass wir Hungern sollten bis spät Nachmittags? Keineswegs. Ich empfehle meinen Kunden: Wer früh morgens keinen Hunger hat, sollte auf jeden Fall einen gesunden Snack mit ins Büro nehmen. Wenn dann vormittags - ob gegen 8 Uhr, 9 Uhr, 10 Uhr, 11 Uhr - "echter" Hunger aufkommt, sind sie perfekt gerüstet. 

Jetzt ist die richtige Zeit, um z. B. etwas Haferflocken mit Joghurt und Obst zu essen. Oder ein hart gekochtes Ei, etwas gekochten Schinken, Käse und eine Scheibe Roggenbrot. Nur wer jetzt das richtige Essen griffbereit hat vermeidet in der Mittagspause den schnellen Griff zu Fast Food, die Currywurst mit Pommes aus der Kantine oder den Süssigkeiten-Automat im Gang nebenan.

Zusammengefasst kann man sagen: Wer morgens nach dem Aufstehen Hunger verspürt, kann gerne etwas essen. Wer aber morgens nur einen Kaffee mit etwas Milch (ohne Zucker!) oder einen Tee trinken mag, soll das guten Gewissens tun! Mit etwas Vorausplanung steht dann später am Vormittag die richtige Mahlzeit bereit.

Also: Hören Sie auf Ihren Körper und seinen Instinkt! Und hindern Sie ihn nicht daran, seine Fettreserven zu nutzen. Auch wenn die Hersteller von Frühstücks-Mischungen darauf pochen, dass wir ohne seine Produkte auf verlorenem Posten stehen.

Übrigens: Genau anders herum machen es Bodybuilder, die um jeden Preis an Gewicht zunehmen möchten: Sie essen auch dann, wenn sie überhaupt keinen Hunger haben. Dabei nehmen sie in einer solchen "Massephase" bewusst auch die Zunahme von Körperfett in Kauf. 

 

Bei weiteren Fragen oder für eine Beratung zur erfolgreiche Körperfettreduktion schreiben Sie mir per Email: info@baervonschilling.de